Das Quermarkenfeuer von Amrum

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Inhaltsverzeichnis
Der kleine Leuchtturm von Norddorf
Vom Blaugas zum Stromanschluss
Was ist ein Quermarkenfeuer?
Ein Quermarkenfeuer markiert die Stelle im Fahrwasser, an der ein Schiff den Kurs ändern muss. Anders als ein Leuchtturm, der vor allem Position zeigt, gibt es eine Handlungsanweisung: Sobald das Licht die Farbe wechselt, weiß der Nautiker, dass er die Querlinie erreicht hat.
Das Norddorfer Feuer erfüllt zwei Aufgaben zugleich und heißt deshalb offiziell Leit- und Quermarkenfeuer. Es sichert das Fahrwasser Vortrapptief zwischen Amrum und Sylt. Die drei Sektoren weiß, rot und grün sind unterschiedlich weit zu sehen: rund 16 Seemeilen im weißen Sektor, knapp 13 im roten und knapp 12 im grünen.
Der kleine Leuchtturm von Norddorf
Auf Amrum heißt er Letj Ialtürn, der kleine Leuchtturm. Das Bauwerk misst gut acht Meter über Gelände und ist damit ein Zwerg neben dem 41,8 Meter hohen Amrumer Leuchtturm. Zugleich ist es das nördlichste Leuchtfeuer der Insel. Weil er auf einer erhöhten Düne steht, liegt sein Licht trotzdem 22 Meter über dem mittleren Tidehochwasser.
Der Turm ist sehenswerter, als seine Größe vermuten lässt. Er ruht auf einem knapp einen Meter hohen, konisch geformten Sockel aus Backstein. Die zylindrische Wand besteht aus verschraubten gusseisernen Mantelplatten, darauf sitzt eine Laterne mit kegelförmigem Kupferdach. Unten weiß, oben rot, dazu Jugendstilelemente, die man aus der Nähe sieht und aus der Ferne nicht vermutet.
Adresse: Leit- und Quermarkenfeuer Norddorf, 25946 Norddorf; Google-Bewertung: 4,8 von 5 bei 377 Bewertungen; Eintrag bei Google Maps
Vom Blaugas zum Stromanschluss
Errichtet wurde das Feuer 1905. Betrieben wurde es zunächst mit Blaugas, einem Flüssiggas, das der Chemiker Hermann Blau zwei Jahre zuvor entwickelt hatte. Das Gas lagerte in einem Betonbunker unterhalb des Turms; dessen Reste sehen Sie noch heute am Bohlenweg, wenn Sie darauf achten.
Strom bekam der Turm erst 1936, nachdem der große Amrumer Leuchtturm elektrifiziert worden war. Er ist bis heute in Betrieb. Amrum hat inzwischen nur noch drei aktive Leuchtfeuer: den großen Leuchtturm, dieses Quermarkenfeuer und das Leitfeuer bei der Schule in Nebel.
Der Weg zum Quermarkenfeuer
Das Feuer steht im Naturschutzgebiet Amrumer Dünen, südwestlich von Norddorf am östlichen Rand des Kniepsands. Mit dem Auto kommen Sie nicht hin, und das ist der eigentliche Reiz: Der Weg führt über Bohlenstege durch die Dünentäler.
Der übliche Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Vogelkoje. Von dort geht es über die Bohlenwege Richtung Kniepsand, vorbei an der Vogelkoje und am Eisenzeitlichen Haus. Das ist der maßstabsgetreue Nachbau eines Wohnstallhauses, den Amrumer Handwerker 2014 ohne Maschinen von Hand errichtet haben. Er steht auf einem archäologischen Areal mit Grabungsstellen aus Steinzeit und Eisenzeit; ein kurzer Abstecher führt zu einem Großsteingrab hinter einer Düne. Achten Sie auf die Zeitskala, die in den Bohlenweg eingelassen ist. Unterwegs stehen zahlreiche Bänke, sodass die Strecke auch mit weniger Kondition machbar ist. Barrierefrei ist sie nicht: Es geht mehrfach auf und ab, und der letzte Aufstieg zum Turm führt über eine steile Holztreppe.
Oben gibt es eine Aussichtsplattform mit Informationstafel. Der Blick reicht über den Kniepsand und die Vordünen bis aufs offene Meer.
Als Rundweg planen
Denselben Weg zurückzugehen lohnt nicht, denn der Rundweg ist die schönere Variante. Vom Bohlenweg am Turm führt eine Holztreppe hinunter zum Kniepsand. Von dort haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Nach Norden am Wasser entlang zum Strand von Norddorf, dann über die Himmelsleiter zurück auf die Bohlenwege und durch den Küstenwald zum Ausgangspunkt
- Nach Süden zum Strand von Nebel und von dort über den Nebeler Bohlenweg zurück
Beide Varianten führen durch drei verschiedene Landschaften: Dünental, offener Strand und Inselwald. Nehmen Sie Wind- und Sonnenschutz mit, denn auf dem Kniepsand gibt es keinen Schatten.