Der Leuchtturm auf Amrum und weitere Insel-Highlights

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Inhaltsverzeichnis
Warum der Leuchtturm gebaut wurde
Nachtführung auf den Leuchtturm
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich mit der Saison und dem Wetter. Die aktuellen Angaben finden Sie im verlinkten Google-Maps-Eintrag und im wöchentlichen Heft Amrum aktuell. Die Bewertung ist eine Momentaufnahme, Stand August 2026.
Das Wahrzeichen der Insel
Der Amrumer Leuchtturm steht auf einer 25 Meter hohen Düne zwischen Wittdün und Nebel. Der Turm selbst misst 41,8 Meter, mit der Spitze reicht er auf knapp 68 Meter über dem Meeresspiegel. Damit ist er der höchste Leuchtturm an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.
Seine rot-weißen Streifen sieht man von fast überall auf der Insel, tagsüber wie nachts. Wer nicht hinaufsteigen möchte, hat trotzdem etwas davon: Von den umliegenden Dünen und Aussichtspunkten lässt sich der Lichtstrahl nach Einbruch der Dunkelheit gut beobachten.
Warum der Leuchtturm gebaut wurde
Auslöser war der Verlust mehrerer Schiffe zwischen Amrum und Sylt im Jahr 1868. Danach wurde jahrelang darum gestritten, wo an dieser Küste ein Leuchtfeuer stehen sollte. Erst 1872 fiel die Entscheidung für Amrum und für den Standort auf der Düne.
Der Bau begann 1874 und geriet ins Stocken: Material fehlte, und die Arbeiter streikten gegen die Bedingungen auf der damals kaum besiedelten Insel. Fertig wurde der Ziegelbau im November 1874, in Betrieb ging er Anfang 1875. Verbaut wurden rund 249.000 Klinker und 960.300 Mauersteine.
Bis dahin hatte die Amrumer Windmühle bei Nebel die Rolle des Seezeichens übernommen. Nach der Inbetriebnahme des Leuchtturms verlor sie diese Aufgabe.
Den Leuchtturm besteigen
Der Turm ist einer der wenigen an der deutschen Küste, die Sie von innen besichtigen können. Von rund 90 aktiven Leuchtfeuern an Nord- und Ostsee ist nur ein kleiner Teil zugänglich.
Vom Fuß der Düne bis zum Balkon sind es 297 Stufen, davon 172 im Turm selbst. Der Aufstieg beginnt mit Steinstufen und geht in eine gusseiserne Wendeltreppe über. Unterwegs geben kleine Fenster den Blick auf die Dünenlandschaft frei, Infotafeln erklären Geschichte und Funktion.
Drei Punkte für die Planung:
- Geöffnet wird nur vormittags und nur werktags. Am Wochenende bleibt der Turm zu
- Bei schlechtem Wetter schließt der Turm, weil der Balkon dann nicht sicher begehbar ist
- Der Eintritt liegt im einstelligen Eurobereich, Kinder zahlen weniger. Tickets gibt es am Kassenhäuschen am Ende des Parkplatzes
Die 297 Stufen sind kein Spaziergang. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte Pausen einplanen; einen Aufzug gibt es nicht.
Adresse: Tanenwai 46A, 25946 Nebel; Google-Bewertung: 4,6 von 5 bei 1.867 Bewertungen; Eintrag bei Google Maps
Was Sie von oben sehen
Vom Balkon sehen Sie die gesamte Insel auf einmal, und das ist der eigentliche Grund hinaufzusteigen. Nach Westen liegt der Kniepsand, nach Osten das Wattenmeer, dazwischen Dünen, Heide und der Inselwald.
Bei klarer Sicht reicht der Blick weiter: nach Föhr und Sylt, zu den Halligen und auf die Hafeneinfahrt von Wittdün. Nehmen Sie eine Jacke mit, auf dem Balkon weht es kräftiger als unten.
Nachtführung auf den Leuchtturm
Von April bis Oktober gibt es Abendführungen, bei denen Sie das Laternenhaus im Betrieb sehen. Das ist etwas anderes als der Aufstieg am Vormittag: Oben dreht sich der Strahl, und die Insel liegt im Dunkeln unter Ihnen.
Die Führungen finden in der Regel donnerstags bei gutem Wetter statt und sind auf 20 Personen begrenzt. Karten gibt es ausschließlich am Kassenhäuschen des Leuchtturms während der regulären Öffnungszeiten, nicht online. In der Hochsaison sind sie schnell vergriffen, kümmern Sie sich also früh im Urlaub darum.
Technik und Zahlen
Anfangs brannte im Turm eine Petroleumlampe. 1936 wurde er auf Strom umgestellt. Heute arbeitet er mit einer Halogen-Metalldampflampe.
- Bauwerkshöhe: 41,8 Meter
- Höhe der Düne: 25 Meter
- Feuerhöhe: 63 Meter über mittlerem Hochwasser
- Reichweite: 23,3 Seemeilen, also rund 43 Kilometer
- Kennung: ein Blitz alle 7,5 Sekunden
- Stufen bis zum Balkon: 297, davon 172 im Turm
- In Betrieb seit: 1875
Die Kennung ist kein Zufall. Jedes Leuchtfeuer blinkt in einem eigenen Rhythmus, damit Nautiker es nachts eindeutig zuordnen können. Der Amrumer Turm arbeitet als Leitfeuer für die Ansteuerung des Schmaltiefs.
Heiraten im Leuchtturm
Der Leuchtturm ist ein offizieller Trauort des Standesamts Föhr-Amrum II. Getraut wird oben im Turm, mit Blick über Amrum, die Nachbarinseln und das Wattenmeer.
Das ist eine Trauung für kleine Runden. Mehr als acht Personen einschließlich Brautpaar passen nicht hinauf, und genau das macht den Reiz aus: Der Moment bleibt still und konzentriert, statt in einer großen Gesellschaft unterzugehen.
Was Sie einplanen sollten:
- Termine gibt es von April bis September, donnerstags und freitags am frühen Morgen
- Maximal acht Personen, das Brautpaar eingerechnet
- Zu den Gebühren für die Eheschließung kommt eine Nutzungsgebühr für den Turm hinzu
- Einen Aufzug gibt es nicht. Alle Gäste steigen den Weg zum Turm und die 172 Stufen im Turm zu Fuß
Bedenken Sie den letzten Punkt bei der Auswahl Ihrer Gäste. Wer nicht gut zu Fuß ist, schafft den Aufstieg nicht.
Neben dem Leuchtturm bietet das Standesamt weitere Trauorte auf der Insel an: das Trauzimmer im Amtsgebäude, die Wohnstube im Öömrang Hüs, die Amrumer Windmühle und das Ausflugsschiff MS Eilun. Alle Trauorte mit Kapazitäten, Terminen und Gebühren finden Sie beim Standesamt Föhr-Amrum II.