Natur erleben auf Amrum

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Inhaltsverzeichnis

Die Landschaft Amrums

    Welche Tiere leben auf Amrum?

Gezeiten auf Amrum

Wattwandern auf Amrum

    Was gibt es im Watt zu sehen?

    Kann man von Amrum nach Föhr laufen?

    Wann ist die richtige Zeit für eine Wattwanderung?

    Warum Sie nicht allein ins Watt gehen sollten

Naturschutzgebiet Amrumer Odde

    Tier- und Pflanzenwelt an der Nordspitze

    Führungen mit dem Verein Jordsand

Wo Sie mehr über die Natur erfahren

    Schutzstation Wattenmeer in Wittdün

    Naturzentrum Amrum in Norddorf

Die Landschaft Amrums

Amrum misst rund 20 Quadratkilometer und vereint auf dieser Fläche vier Landschaftsformen, die sonst weit auseinanderliegen: den Kniepsand im Westen, einen breiten Dünengürtel, ein Heide- und Waldgebiet in der Mitte und das Wattenmeer im Osten. Sie durchqueren alle vier an einem Tag zu Fuß.

Zwei Gebiete stehen unter Naturschutz: die Amrumer Dünen und die Amrumer Odde an der Nordspitze. Dort wachsen Pflanzengesellschaften, die anderswo verschwunden sind, weil Dünen selten in dieser Ausdehnung erhalten geblieben sind. In den Schutzgebieten gilt Wegegebot.

Welche Tiere leben auf Amrum?

An Land sind es vor allem Hasen, Mäuse und Igel. Größere Wildtiere gibt es nicht, dazu ist die Insel zu klein. Das eigentliche Tierleben spielt sich am Wasser ab: Auf den Sandbänken vor der Küste ruhen Seehunde und Kegelrobben, im Meer leben Schweinswale.

Am artenreichsten ist die Vogelwelt. In den Dünen der Odde brüten rund 700 Heringsmöwenpaare, dazu Silbermöwen, Eiderenten und Mittelsäger. Am Strand nisten Zwergseeschwalbe und Sandregenpfeifer, beides stark gefährdete Arten. Außerhalb der Brutzeit dient die Insel Zugvögeln als Rastplatz.

Gezeiten auf Amrum

Ebbe und Flut bestimmen auf Amrum mehr als das Wasser. Sie entscheiden, wann Sie ins Watt können, wann die Surfschule aufs Wasser geht und wann Stand-up-Paddling möglich ist. Bei Ebbe fällt das Wattenmeer auf der Ostseite kilometerweit trocken.

Werfen Sie deshalb vor jeder Planung einen Blick in den Gezeitenkalender für Amrum. Er zeigt Ihnen, wann Hoch- und wann Niedrigwasser ist. Der Rhythmus verschiebt sich täglich um etwa eine Stunde, weshalb die Zeit von gestern morgen nicht mehr stimmt.

Wattwandern auf Amrum

Was gibt es im Watt zu sehen?

Das Wattenmeer ist der Teil des Meeres, den die Gezeiten zweimal täglich freilegen und wieder überfluten. Es reicht von Dänemark bis an die niederländische Küste und steht fast vollständig als Nationalpark unter Schutz. Der schleswig-holsteinische Teil umfasst rund 4.430 Quadratkilometer.

Auf den ersten Blick sieht der freigelegte Meeresboden leer aus. Tatsächlich leben in einem Quadratmeter Watt Tausende Organismen. Wattwürmer hinterlassen die bekannten Sandhaufen, dazu kommen Muscheln, Krebse und Schnecken. Genau diese Menge an Nahrung zieht Vögel und Seehunde an, und deshalb ist das Wattenmeer das größte zusammenhängende Feuchtgebiet Europas.

Kann man von Amrum nach Föhr laufen?

Ja, bei Ebbe lässt sich die Strecke zur Nachbarinsel zu Fuß zurücklegen. Die Tour ist rund acht Kilometer lang und dauert gut zwei Stunden. Die Wanderungen starten im Inselnorden bei Norddorf, weil von dort die sicherste Route führt. Zurück geht es mit der Fähre.

Was viele unterschätzen: Der direkte Weg zwischen beiden Inseln führt durch Schlickwatt und ist zu gefährlich. Die begehbare Route verläuft über festes Sandwatt und beschreibt einen weiten Bogen in S-Form. Unterwegs queren Sie zwei Priele, in denen das Wasser auch bei Niedrigwasser bis zur Hüfte reichen kann. Ohne ortskundige Führung finden Sie diese Route nicht.

Amrum gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Die Wanderung nach Föhr führt Sie mitten hindurch.

Wann ist die richtige Zeit für eine Wattwanderung?

Brechen Sie etwa zwei bis zweieinhalb Stunden vor dem Niedrigwasser auf. Dann haben Sie genug Zeit, das Watt in Ruhe zu erleben, und laufen dem ablaufenden Wasser hinterher statt der Flut entgegen.

Was Sie mitnehmen sollten:

  • Badeschuhe oder Neoprensocken, denn Muschelschalen sind scharfkantig
  • Wind- und Regenjacke, auch bei gutem Wetter
  • Wechselkleidung für nach der Tour
  • Sonnenschutz, denn im Watt gibt es keinen Schatten

Baden lässt sich im Watt nicht. Dafür gehen Sie an die bewachten Badestrände am Kniepsand auf der Westseite.

Warum Sie nicht allein ins Watt gehen sollten

Das Watt wirkt harmlos, und genau darin liegt die Gefahr. Drei Dinge unterschätzen Urlauber regelmäßig:

  • Die Flut kommt schneller, als Sie laufen können. Sie füllt zuerst die Priele hinter Ihnen und schneidet Ihnen so den Rückweg ab
  • An weichen Stellen sacken Sie ein und kommen allein schwer wieder heraus
  • Priele sehen flach aus, sind aber teils tief und haben Strömung

Dazu kommt der Nebel, der im Wattenmeer innerhalb von Minuten aufziehen kann und jede Orientierung nimmt. Gehen Sie deshalb mit einem ausgebildeten Wattführer. Die Anbieter auf Amrum kennen die Routen und die Tiden, und Sie erfahren unterwegs, was Sie sonst übersehen würden.

Naturschutzgebiet Amrumer Odde

Die Odde ist die Nordspitze der Insel, eine Landzunge, die weit ins Meer ragt. Sie ist etwa zwei Kilometer lang und im Schnitt 150 bis 200 Meter breit, mit einem Dünengürtel von bis zu 24 Metern Höhe. Entstanden ist sie aus dem Kniepsand: Der Wind trug Sand von der Sandbank ab und lagerte ihn an der Nordspitze wieder an.

Rund 150 Hektar stehen seit 1936 unter Naturschutz. Die Odde erreichen Sie nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, ab Norddorf. Während der Brutzeit dürfen Sie das Gebiet ausschließlich entlang der Küstenlinie umrunden, die Dünen bleiben gesperrt.

Tier- und Pflanzenwelt an der Nordspitze

In den Dünen wachsen Sand-Thymian, Labkraut und Karthäuser-Nelke, an der Westseite bilden sich Spülsäume aus Meersenf. Brütende Seevögel prägen das Gebiet, allen voran eine große Möwenkolonie.

Am Strand ruhen regelmäßig Seehunde und Kegelrobben. Seit einigen Jahren ist die Odde auch Kinderstube der Kegelrobben: Die Jungtiere kommen auf den nahen Sandbänken zur Welt. Im Winter sehen Sie sie mit etwas Glück vom Strand aus.

Führungen mit dem Verein Jordsand

Der Verein Jordsand betreut die Odde seit 1941 und setzt sich seit über hundert Jahren für den See- und Küstenvogelschutz ein. Von Mai bis Oktober führen die Vogelwarte Besucher durch das Schutzgebiet. Treffpunkt ist der Aufgang zur Vogelwärterhütte auf der Wattseite, einem reetgedeckten Haus von 1936 im Dünental.

Von der Aussichtsplattform in den Dünen sehen Sie zur Brutzeit die Möwenkolonie und bei klarer Sicht die Nachbarinseln Föhr und Sylt sowie den Leuchtturm von Hörnum. Gruppen und Schulklassen melden sich vorher an.

Adresse: Vogelwärterhaus Amrumer Odde, 25946 Norddorf

Wo Sie mehr über die Natur erfahren

Drei Vereine kümmern sich auf Amrum um den Naturschutz und bieten Führungen an: der Öömrang Ferian mit dem Naturzentrum in Norddorf, die Schutzstation Wattenmeer in Wittdün und der Verein Jordsand auf der Odde.

Schutzstation Wattenmeer in Wittdün

Die Schutzstation sitzt im Nationalpark-Haus Natour-Düne neben dem Badeland und informiert über Wattenmeer und Gezeiten. Sie organisiert Wattführungen, Ausstellungen und eigene Veranstaltungen für Kinder und Familien, etwa Bernsteinschleifen. Die Ausstellung mit Aquarien ist kostenlos zugänglich.

Über die Insel verteilt hat die Station Tafeln aufgestellt, die den jeweiligen Lebensraum erklären. Sie entdecken sie unterwegs auch ohne geplanten Besuch.

Adresse: Am Schwimmbad 1, 25946 Wittdün; Google-Bewertung: 4,6 von 5 bei 57 Bewertungen; Eintrag bei Google Maps

Naturzentrum Amrum in Norddorf

Das Naturzentrum des Öömrang Ferian betreut die Schutzgebiete der Insel und zeigt eine naturkundliche Dauerausstellung. Fünf Meerwasseraquarien und mehrere Stationen bringen Ihnen die Amrumer Natur näher. Zu bestimmten Zeiten können Sie das Skelett eines Pottwals besichtigen.

Der Verein bietet außerdem geführte Wanderungen durch Dünen und Vogelschutzgebiete an. Ein Besuch vor der ersten Wattwanderung lohnt sich: Was Ihre Kinder hier im Becken gesehen haben, erkennen sie draußen im Watt wieder.

Adresse: Strunwai 31, 25946 Norddorf; Google-Bewertung: 4,6 von 5 bei 616 Bewertungen; Eintrag bei Google Maps

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